Brevet und Statistik

13.03.2010 / Brevet Neumünster / 21 Teilnehmer / 200 Kilometer

Radfahrerfrühling ist, wenn man mittags bereut, morgens das langes Trikot angezogen zu haben. Wind auf den ungeschützten Beinen und vielleicht noch ein leichter Sonnenbrand. Aber man wird bescheiden und freut sich schon, wenn der Belag auf der Straße nicht mehr reinweiß, oder noch besser, klarlackmäßig ist. Knut meldete übrigens auch, das der Wintereinbruch vom 05.März in Ostholstein nicht stattgefunden hätte. So hatten sich dann 20 Randonneure morgens um acht in Neumünster versammelt und freuten sich über leichten Regen bei Rückenwind bis Scharbeutz. Die Temperatur war eindeutig über Null positioniert. Ich vermisste allerdings Motta.  Straßen haben übrigens immer irgendeinen Belag. Wenn es nass ist, wird er vom Hinterrad des Vorfahrers versprüht. Stellenweise konnte man auch gut beobachten, wie die Natur bei der Verwitterung von Asphaltbelägen arbeitet. 

Statistisch und global betrachtet, war es ein Rekordwinter , der zweitwärmste überhaupt. Und aus der richtigen, der statistischen Perspektive betrachtet, lag Knut auch absolut richtig, kein Wintereinbruch, kein Schnee auf der Strecke. Es gibt natürlich auch die lokale Sichtweise. Vor der Streckenstelle, die mich zu dieser Betrachtung veranlasst, hatte ich aber zunächst einen Platten. Ich verabschiedete mich aus der 1. Gruppe, nur Torsten half beim Flicken. Beim aufpumpen fuhr die 2. Gruppe um Knut vorbei. Nach einiger Zeit und einiger Arbeit erreichten wird dann Knut. Eigentlich war ich da schon ziemlich müde. Im zweitwärmsten Winter fehlten mir doch ein paar Kilometer, zumindest im Vergleich zu den kalten Jahren.

 
Siblin, das liegt nördlich von Ahrensbök, klingt ja schon ein wenig nach Sibirien. Die Landschaft wellig, die Feldwege knickbesäumt und ein wenig  tiefer gelegt. Wenn da der Schnee rein weht, kommt kein Schneepflug mehr durch. Randonneure schon; wenn sie schieben. Wie gesagt, es war ein statistischer Ausrutscher, der Wert, den man als Messfehler streicht, damit die Reihe glatt ist. Wahrscheinlich ein Wahrnehmungsfehler.
 
Wenige Kilometer später montierte Jörg. Es war schon sein zweiter Platten. Zeit anzuhalten und Frühlingsgefühle zu entwickeln. Es hatte aufgehört zu regnen und es gab helle Himmelsbereiche. Die Regenjacke konnte in der Tasche verschwinden. Ein paar weitere Kilometer später erhöhte sich Jörgs Plattenquote auf 3.
 
An der Shell-Tankstelle (Kontrolle) in Scharbeutz lief es nicht gut. Wir schafften es jedenfalls nicht, gemeinsam wieder zu starten. Auch die Strecke nach Schönberg war nicht ohne (Wind aus Nord-West / Stärke 5 stand im Wetterbericht). Es gelang uns die Gruppe von 8 Fahrern in 3-4 Kleingruppen zu zerlegen. Ich war dann längere Zeit mit Knut und Jochen unterwegs, wir wurden von Klaus überholt und ich kam letztlich gemeinsam mit Knut an der Tankstelle bei Schönberg an.
 
Wir taten uns dann wieder mit Klaus zusammen. Wenn der Druck nachlässt, wird man schwach. Ich jedenfalls. Ein flaues Gefühl im Magen und schwere Beine, aber zum Glück gab es jetzt ein längeres, eher rückenwindlastiges Streckenstück bis Ascheberg am Plöner See. Ascheberg - Neumünster ist normalerweise eine Spazierfahrt, meinte Knut. Er berichtete vom Fischer und empfahl dessen Produkte als besonderen Genuss. Mein Befinden hatte sich nicht gebessert, der Wind kam wieder mehr von vorne und da der See noch verschlossen war, würde auch ein Abstecher zum Fischer nichts bringen. Somit haben auch Spazierfahrten ihre Tücken, mir gelang es aber dran zu bleiben und war dann kurz vor Sonnenuntergang (offizielle Zeit 17:57 also 9:57 Stunden für 200 Km) richtig froh, es geschafft zu haben.

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Ergebnisse

 

Kommentare

Ein Statistik-Schmankerl

 
 
 
 
Danke für den wieder mal sehr originellen Bericht, 20 Leute, 200 km, wo steht Burkhard denn auf der Liste oder wurde der zugunsten der geraden Zahl geopfert? Könnten es nicht auch 22 Fahrer gewesen sein, da ich mit Umwegen 220 km auf der Uhr hatte? Man sollte doch ab und an mal ein Auge auf Karte und Wegbeschreibung werfen. Danke an Rüdiger für das selbstlose Geleit bis ins Ziel. Die Tour hat mir gefallen, was Knut tut ist gut, hat er doch sogar zwischendurch die Sonne scheinen lassen.

Rüdigers selbstloses Geleit

Moin, Kollegen,
wenn ich das so lese tut es mir schon leid, dass ich nicht dabei war!?
Ich gelobe Besserung.
Dass Rüdiger ein guter Begleiter auf langen Strecken sein kann, kann ich bestätigen.
Aber welcher Gast ist denn da begleitet worden und hat ihm am Ende noch 6 Minuten abgenommen, bzw. hatte am Ende soviel Kraft gespart, um noch mal anzugreifen??????
TzTz
 
meint MOTTA

Auch ein Statistik-Problem

jetzt bin ich auch dabei. Knut versichert, es waren 21 Fahrer.