3 Männer im Schnee, nur 75 km mit dem Rad, aber List (Sylt) ohne Probleme erreicht
Noch so früh und erstaunlich hell. Klarer Himmel, Halbmond, das Schneefallgebiet abgezogen. Sonne war angekündigt. Ideales Wetter. Für Skilanglauf oder Hundeschlittenrennen. Ich wollte nicht schon wieder eine Radtour wetterbedingt absagen und hatte am Abend verkündet: ich komme auf jeden Fall. Es war allerdings auch mehr Schnee als erwartet gekommen.
Ich war erst ein paar Minuten nach sechs an der Tankstelle in Allermöhe, Michael und Uwe warteten schon. Uwe wäre durchaus bereit gewesen, wieder nach Haus zu fahren. Aber das ging gar nicht. Michael hatte sich schließlich mit dem Rad von Aumühle aus durchgekämpft.
Wir gingen zunächst die Alternative B (Bahn statt Rad von Hamburg nach Sylt) an. Dann würden wir weiter sehen. Wenn man planmäßig um 7:20 Uhr abfährt, hat man schon mal knapp 1 1/2 Stunden verloren. Auch die Bahn hat das Wetter mitbekommen, noch einmal eine 1/2 Stunde. Und wie viel Schnee gab es in Niebüll? War es wenig genug, dass der strahlende Sonnenschein ausreichend viel wegtauen konnte? Wir saßen in der Bahn, genossen die Aussicht und dösten vor uns hin. Insgesamt war es eine angenehme Bahnfahrt. Die Nord-Ostseebahn fährt übrigens blaues Dach und Fußstreifen, dazwischen weiß und gelbe Türen. Den weißen Teil kann man aber wohl auch für Werbezwecke anmieten.
Im fahrenden Zug hatte das GPS-Gerät Probleme, seinen Standort zu ermitteln. Aber auf dem Bahnsteig in Keitum wussten wir dann, wo wir waren. Hier lag weniger Schnee als in Hamburg, aber immer noch genug. Die Straße nach Kampen war im Prinzip frei, es gab aber immer wieder mal einzelne Schnee- und Eisfelder auf dem Asphalt, dazu Sonne und Gegenwind.
Für

Autos gibt es eine Landesstraße von Hörnum nach List, Westerland in der Mitte. Ich hätte den Radweg genommen, wenn er nicht zugeschneit gewesen wäre. Das sah der Polizist wohl ähnlich, er wies uns aber darauf hin, dass wir die Fahrbahn auf eigene Gefahr benutzen (was immer das heißt). Gegen 12 Uhr waren wir in List und sahen uns als erstes den Fähranleger Richtung Römö an und kehrten dann bei Gosch ein. Zum Fischessen würde ich übrigens nicht nach Sylt fahren.
Der Stint im Landhaus Voigt ist besser als das Schollenfilet bei Gosch. Aber es war schließlich Mittagszeit.
Auf dem Rückweg versuchten wir es dann doch mit dem verschneiten Radweg. Der Weg verläuft durch die Dünen und es ist auch wesentlich stressfreier anzuhalten um ein Foto zu machen, als auf der für Radfahrer und Fußgänger verbotenen Fahrbahn. Michael und ich hatten sowieso das Crossrad gewählt. Uwe war mit seinem Rennrad unterwegs und hatte an einigen Stellen zu kämpfen. Aber auch er ist überall ohne Panne durchgekommen. Wir hatten uns entschieden, die Radaktivitäten nicht mehr mit Bahnfahren zu unterbrechen, sondern bis zum Süden der Insel vorzustoßen und Hörnum zu besuchen.

Wenn man Zeit hat, abseits der gewohnten Strecke unterwegs ist und dann noch entdeckt, dass Uwe eine Dune hat, dann muss man da auch hin und rauf. Fototermin mit Blick über die Insel.

Hinter Westerland waren wir dann wieder an und auf der Straße unterwegs. Der für den Süden zuständige Polizist wies Michael auf den Radweg. Es ist doch ein ganzes Ende von Westerland nach Hörnum und die Straße (mit freiem Radweg) ist auch etwas öde. Aber es gab Rückenwind und in Hörnum dann reichlich Schlaglöcher. Nach dem Fototermin am Leuchtturm suchten und fanden wir dann eine Gelegenheit für Kaffee und Kuchen. Der Wirt verlieh uns den Titel "Erste Radfahrer der Saison"!
Die Zeit vergeht und wir hatten auch wieder Gegenwind. Dann noch ein Stückchen natürlichen Bodenbelag mit weißer Auflage eingeschoben und man muss sich die Frage stellen: wann wollen wir wieder nach Hause? Die Sonne geht gegen 18:00 Uhr unter, wir entschieden uns für 17:22 mit vorherigem Einkauf von Verpflegung und Kaltgetränk in Westerland. Auch die Rückfahrt verlief dann anstrengungslos. Müde waren wir trotzdem. Trotz der großen Planabweichung beim Radfahren, war das Ergebnis somit im Grunde gar nicht schlecht.
Kommentare
Sylt im Winter
Mitte Januar war ich auch mit dem Rad auf der Insel, von Morsum nach Hörnum und zurück nach Westerland. Das Wetter war ähnlich; der Ärger mit dem Dorf-Sheriff auch. Man wollte mir wegen Radfahrens auf dem Bahnsteig fünfzehn Euro abnehmen. Nach etwas Diskussion lies sich das aber einsparen. Paar Fotos von meiner Sylt-Runde sind hier:
http://picasaweb.google.de/jan2sch/SyltMitZugefrorenemWattenmeer?feat=di...
Wir haben eine Lautsprecherdurchsage bekommen
und sind dann abgestiegen. Höchst unverständlich; nebenan fährt man mit dem Auto nicht nur bis zur Abteiltür, sondern gleich ganz bis in den Zug.