
Seit Mitte August hatte ich Rücken, musste viele große Ereignisse der Radszene passieren lassen wie zum Beispiel HH-Berlin, aber auch kleinere wie den Ötztaler Radmarathon. Desto fröhlicher war ich gestimmt, als mein Sohn fragte, ob dieses Jahr wieder Kuchenpokal sei und wenn denn ja, ob ich mit ihm fahren wolle. 2008 durfte er nur zusehen.
Eine kleine gemäßigte Fahrt würde wohl von der Station 4B in Boberg nicht beobachtet werden (von Boberg ist die ganze Marsch einzusehen).
Also kurz angemeldet und heute nun alle Sachen ins Auto gepackt. Schon nicht einfach, da ich nicht nur meine Sachen mitnehmen musste, sondern auch noch die von meinen Sohn. Ohne was zu vergessen. Pünktlich zur Einschreibung zwischen 14:00 und 15:00 Uhr schlugen wir auf und stellten den selbstgebackenen Kuchen meiner Frau zu den anderen Kuchen. Noch vermessen, in die Starterliste eingetragen und dann die Startgebühr entrichtet, für mich, Kinder unter 150cm Höhe fahren in Begleitung Erwachsener for free.
Flugs war die Zeit bis zur Ansage von Burkhard vor der Einführungsrunde verflogen und pünktlich um 15:00 Uhr ging es auf die ersten 6 km in langsamen Tempo. Mein Sohn kennt noch kein Gruppenfahren und so lässt er sich zurückfallen. Irgendwie ist es etwas anderes für ihn in einer Gruppe mit Erwachsenen zu fahren, als mit einer Horde wilder Kerle auf dem Weg zur Schule. Für mich sieht es einfacher aus mit Erwachsenen zu fahren, als die Wellen auf dem Schulweg zu überstehen.
Nach der Einführungsrunde gibt’s Kuchen, unwissende Neulinge werden vom Türsteher (Frau von Heino) am Verlassen der Kuchenzelle gehindert, wenn der Mund noch voll ist. Wir verlassen die Zelle mit vollen Magen und leeren Backentaschen und holen uns unsere ersten Striche ab. Gut gestärkt fahren wir eine Runde bei besten äußeren Bedingungen. Der Altengammer Wetterstein wirft zwar keinen Schatten, ist aber auch nicht nass, weiß, unruhig, hängt nach oben oder ist weg. So kommen die Hungrigen am ende unser zweiten Rund zum dritten mal an den Kuchentrog. Wir bleiben locker und suchen uns den Kuchen nicht nach optimalen Esseigenschaften aus, sondern nach Geschmack. Wieder Striche in unsere Akte und noch ein Runde, wie ca. 25 andere Kuchenmeterwillige vor uns.
Für meinen Sohn ist die vierte Runde die letzte, sagt er. 24km am Stück ist er noch nie in seinem Leben gefahren. Doch nach einen Stück Kuchen und aufmunternder Worte von allen Seiten geht’s noch mal raus auf den harten Asphalt. In der Schule will er am Montag vom Kuchenpokal erzählen. Also werden es fünf Runden in etwas mehr als 2h. Mit einen feuchten Auge denke ich an meine Jugend zurück und weiß, damals durfte ich nicht Kuchenpokal fahren.
Jetzt kommt es in der ehemaligen Kuchenzelle zur Wertung, vorher legt Burkhard noch die Teams fest. Für die Teamwertung.
Die Einzelwertung ist wie 2008 wieder nicht klar, da vier Männchen jeweils neun (9) Runden gefahren sind, bei den Frauen sind es zwei mit jeweils acht Runden, ganz zu Burkhards Entsetzen. Da eigentlich der kleinere der Besten am meisten Kuchen(pro)meter (Stücke Kuchen geteilt durch Körpergröße) hat, sollte der Sieger feststehen. So sagt es das bürgerliche Kuchenpokalgesetzbuch. Es kommt zu einen Stechen der Geschlechter untereinander, da keiner was für seine Größe kann und es alles politisch korrekt sein soll. Ein Männchen verzichtet freiwillig, die anderen fahren und werden Essen müssen. Eine Runde, ein Stück und wer sich zuerst noch ein Stück Kuchen holen kann, soll der würdige Pokalträger werden. Bei den Männchen ist die Entscheidung knapp. Bei den Frauen weniger, da schon auf der Radstrecke einen Vorentscheidung gefallen ist und bei noch so guter Kaffeelaune ein halbes Stück staubiger Streuselkuchen schwer aufzuholen ist.
Auf Dopingkontrollen wurde verzichtet, es kamen jedoch Zweifel am Sieger auf, da sein Arbeitgeber ihn mehr auf den Kuchenteil der Veranstaltung hin trainiert habe und das sportliche vernachlässige.
Als mein Sohn dann noch einen Medaille für die Teilnahme unter 150cm von der Türsteherin umgehängt bekommt, wird er zu Stein. So viel Ruhm ist Ihm noch nie zu teil geworden, da kann der Papa sich die tollsten Sachen ausdenken… Noch 364 mal schlafen und dann ist wieder Kuchenpokal.
Jan und Tomic
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Kommentare
Neben HH-B ein echtes "Sahnestückchen"
Hallo Jan, vortrefflich erzählt. Ja, genauso war es. Um halb fünf wurde mir die Strecke zu langweilig. Stattdessen habe ich weiter das Kuchenbuffet geplündert. Die Kalorienbilanz zeigte am Ende des Tages ein Übergewicht auf der "Haben"-Seite. Nach der Kalorienschuld von HH-B ist das sicher nicht weiter schlimm. Kugelrund und immer noch grinsend über die sportlichen Kuchenleistungen bin ich anschließend nach Hause "gerollt".
Nächstes Jahr gerne wieder. Ich arbeite dann auch an einer besseren Taktik. Ist vielleicht doch besser im Team zu fahren, damit es auf der Strecke nicht so langweilig ist. Und in jedem Fall mehr Trinken, damit die Krümel besser rutschen. :-)